Warum ich Repositories so liebe! – oder – Ich bin kein Missionar!

8. Mai 2009

Ein Freund kam gestern zum beichten zu mir. Kein außerehelicher Sex, kein Diebstahl und auch kein Mord war es, der ihn zu mir trieb. Dummheit war es.

Er erklärte mir, dass er OpenOffice für seine Tochter installieren wollte und so hat es im Internet gesucht. Für die Linux-Nutzer unter den Lesern muss ich anmerken, dass solches Vorgehen unter Windows-Nutzern so üblich ist. Man sucht im Internet nach Programmen, lädt die dann herunter und installiert diese danach. Nun kam der gute Mann auf eine Seite die auch OpenOffice zum Download anbietet. Er freute sich, klickte auf den Link zum download und wurde zur Angabe seiner Kontaktdaten inklusive Adresse aufgefordert. Ich wiederhole das nochmal: er wurde zur Angabe seiner Kontaktdaten inklusive Adresse aufgefordert. Da beging er die Dummheit und tat, was man von ihm verlangte. Dafür durfte er dann auch OpenOffice herunterladen.

Nach ein paar Tagen erhielt er dann Post mit einer Rechnung über 96€. Ich meine es war für das Bereitstellen der Daten oder so etwas ähnliches. Wahnsinn! Ein erwachsener, gebildeter Mensch fällt im 21. Jahrhundert auf so etwas rein. Wie kann man nur?! Das ist nicht nur meine Meinung, sondern auch seine. Deswegen kam er zum Beichten. Aber erst, nachdem er dann Mahnungen und Drohungen von deren Rechtsanwalt bekommen hat. So dreist die Abzocker sind, so einfältig und naiv die Opfer. Leider dauert es immer recht lange, bis solche Verbrecher gestoppt werden.

„Wo bekommst du denn dein OpenOffice her?“ fragte er mich. „Ich installier es aus einem Softwarekatalog. Da mach ich einen Haken dran und klick auf ‚Installieren‘.“ Er lächelte, wie Leute eben lächeln wenn Sie nur Bahnhof verstehen und ich erklärte ihm, dass ich Linux nutze und dort Software in sowas wie Katalogen, die man neudeutsch Repositories nennt, angeboten wird die von einem Team gepflegt werden. Er lächelte weiter und ich wechselte das Thema. Ich bin einfach kein Missionar.

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Heimelige 1%

1. Mai 2009

Eben durfte ich auf heise lesen, dass ich zu eventuell elitären 1 Prozent Nutzern gehöre, die auf ihrem Desktop Linux als Betriebssystem nutzen. So jedenfalls, meint es Net Appilcations in ihrem Market Share Report. Ich schaue in mein Innerstes und frage mich, was mich daran bewegt. Bin ich nun raus aus dem Eck in dem die Nerds stehen? Bekomme ich nun weniger Pickel? Oder gar eine Freundin?

Auf der einen Seite freue ich ich für die Community und auf der anderen Seite habe ich Angst vor den Menschen die Linux nutzen, nur weil es „umsonst“ ist. Ich sehe aber sicher mehr Vorteile darin, dass viele Menschen Linux nutzen, und zwar ohne nach deren Grund zu fragen, als dass ich Nachteile darin sehe, dass sie sich etwas bedienen, das sie kostenlos zu Verfügung gestellt bekommen. Mit dieser Meinung stehe ich nicht alleine da, doch weiß ich sehr wohl, wie elitär sich manch einer fühlt, der keine Rodmond-Software auf seinem Computer laufen hat.

Letzten Endes wünsche ich mir, dass es einen gesunden Pluralismus bei den Betriebssystemen geben würde und die Menschn darüber mehr Informationen erhalten, ja geradezu wünschen würden. Doch bin ich mir ebenso bewusst, dass sicher 90% irgendetwas nutzen würden, damt sie ihre Bedürfnisse hinsichtlich Kommunikation, Spiele und wasweißichnoch befriedigen können.

OMG! Ich bin auch so ein elitärer Schnösel! Lasst die Windows-User Windows nutzen! Sie nutzen auch All-Inclusive Angbote, stören sich nicht an DRM, umgehen Kopierschutz ohne schlechtes Gewissen und glauben, dass es alles umsonst geben müsse was man nicht mit Händen greifen kann! Boing!

Egal, ich fühle mich wohl, bei den 1% Desktopnutzern und bin häufig hier im Fedora-Forum unterwegs. Also, wer mal helfen will die Statistik auf 2% zu erhöhen: immer hereinspaziert! Das gilt auch für die Windows-DAUs!

Update: Inzwischen hat auf Golem Wind davon bekommen.