Herbst

22. Oktober 2008

So, nun ist es soweit. Der Herbst hat in mein Leben Einzug gehalten und ich habe das Theme des Blogs umgestellt. Normalerweise ist so etwas keinen Blog-Eintrag wert, doch ich meine ich müsste mich einfach vor den 0,28 Lesern die hier täglich vorbeiziehen rechtfertigen. Natürlich ist das Unsinn, aber höflich. Die meisten Höflichkeiten sind übrigens unsinnig! Der Umkehrschluss ist selbstverständlich unsinnig.

Morgen geht es mal wieder zum Tanzen. Damenüberschuss. Tolles Wort. Es bedeutet soviel wie: 20 Frauen haben sich zum Single-Kurs angemeldet, aber nur 10 Männer. Jungs, schaut also nicht in Discos nach den Weibern sondern macht einen Tanzkurs! Da hat es Frauen ohne Ende!

Advertisements

Großartiges Patent Wortzensor!

21. Oktober 2008

Einem Bericht auf Golem zufolge hat Microsoft nun ein Patent auf einen Wortzensor erhalten. Sicher jedem von uns bekannt, wenn die Amis mal wieder das F-Wort nutzen und die braven Fernsehzensoren dann einen freundlichen Piepton darüberlegen müssen oder wollen.

Zensur ist ja, wie wir alle wissen, sehr wichtig, da nur der Gesetzgeber weiß, was ich lesen sehen und hören darf. Komischerweise ist das von Staat zu Staat unterschiedlich, aber jeder Staat den ich kenne macht sowas. Auch der, in dem ich wohne.

In dem Artikel wir erwähnt, dass diese Wortzensurmaschine (danke, Orwell!) auch dazu genutzt werden kann Voice-Chats sauber zu halten. Ist das nicht toll? Was unterscheidet denn, grob technisch gesehen, Voice-Chats von VoIP Gesprächen, also Telefonaten? Kann ein Staat dann nicht die Carrier zwingen solche Teile einzubauen und Worte und Laute zu filtern die mir als Staat nicht gefallen? Großartige Erfindung! Welch Fortschritt! Sofort fallen mir die Namen einiger Staaten ein, welche gerne Zensieren und sicher Interesse an solch ein Technik haben.

In diesen Absatz sollte ich eigentlich noch etwas ironisch-sarkastisch-witziges von mir geben, aber da mir gerade der Hals schwillt, lass ich Nina ran. Gott sei Dank ohne Piep!


Auf dem Floß

20. Oktober 2008

Ich ließ die Tür ins Schloss fallen. Die mit nach oben gebrachten Briefe legte ich neben das Telefon und begann meine Jacke auszuziehen.

„Bist du das?“

„Ja!“, rief ich durch die Wohnung. Die Jacke hatte ich auf einem Bügel an der Garderobe aufgehängt. Es war still.

„Du bist so leise!?“

„Ich bin hier!“

Tanajs Stimme klang zart aus dem Wohnzimmer durch den Flur. Ich ging nach vorne und trat durch die halb geöffnete Tür. Tanja saß dort, auf dem Sofa in diesem Dämmerlicht und blickte zu unserem, mit Büchern gefüllten, Regal. Da erkannte ich, dass Ihre feuchten Augen einen Punkt in weiter Ferne sahen und schon fühlte ich mich unwohl.

„Tanja?“

„Halt mich! Halt mich einfach!“

Sie stellte das fast leere Glas mit Rotwein neben sich auf den Boden und empfing mich mit offenen Armen. Ihren festen Körper drückte ich an mich und musste sie festhalten wie ein Ertrinkender. Sie schluchzte und vergrub ihr Gesicht in meinem Hals. Ich rang einen kurzen Moment nach Worten, doch war ich zu verwirrt um zu begreifen oder etwas zu fragen, dessen Antwort ich verstehen würde.

Wie Tänzer wogen unsere Körper während wir uns in den Armen hielten. Die Umklammerung lösten wir zwischen den endlosen Küssen nur um uns nach und nach unserer Kleider zu entledigen. Welch ein Gefühl, ihren Körper an meinem zu spüren. Energischer wurden unsere Bewegungen, fester pressten wir uns aneinander. Langsam steigerte Tanja die Geschwindigkeit und ein Taumel erfasste mich.

Ich lag auf dem Boden und konnte Ihr Gesicht nur schemenhaft erkennen, da inzwischen die Dunkelheit den Raum eingenommen hatte, während wir uns noch immer auf dem Boden liebten. Sie bewegte ihr Becken auf und ab und schwenkte es bis ich fast den Verstand verlor. Ich konnte erkennen wie Tanja ihre Arme über ihrem Kopf verkreuzte und sich die langen Haare von hinten nach vorne warf um dann den Kopf nach hinten zu biegen.

Wohin trieben wir? Wir hatten schon lange nicht mehr die gleiche Richtung, doch wohin trieben wir? Sollten wir schwimmen? Schwimmen war so schwer, kostete so viel Kraft. Konnte ich es denn überhaupt? Hatte es noch nie versucht.

Irgendwann schliefen wir ein.